Umzug in die Senioren-WG oder das Mehrgenerationenhaus - Studenten Umzugshilfe

Umzug in die Senioren-WG oder das Mehrgenerationenhaus

In früheren Jahrhunderten lebten meist mehrere Generationen unter einem Dach. Eine gesetzliche Altersversorgung gab es nicht, oder sie war so gering, dass Sie nicht für ein eigenständiges Leben reichte. Deshalb waren alte Menschen darauf angewiesen, mit Ihren Kindern und Enkeln zusammen zu leben. Umgekehrt halfen die Senioren den nachfolgenden Generationen, zum Beispiel, indem Sie Erfahrungen weitergaben, auf die Enkel aufpassten oder bei der Arbeit auf einem Bauernhof halfen. Diese Zeiten sind in Deutschland vorbei – die meisten jüngeren Menschen zieht es hinaus aus dem Elternhaus, und viele ältere Menschen wollen und können so lange wie möglich selbstbestimmt leben.

Anders alt werden als unsere Vorfahren

Die gestiegene Lebenserwartung, die zunehmende geistige und körperliche Fitness der „Alten“, sowie auch die wachsenden Ansprüche bedingen neue Wohn- und Lebensformen. Viele so genannte Best Ager möchten, wenn die Kinder flügge geworden und ausgezogen sind, schon mit um die fünfzig nochmal richtig durchstarten. Statt auf die Rente und die Geburt der Enkelkinder zu „warten“, verwirklichen sich die „Jungen Alten“ vielleicht Ihre Jugendträume oder verändern Ihr Lebensumfeld. Denn das Einfamilienhaus am Stadtrand war vielleicht eine perfekte Lebensform, als die eigenen Kinder klein waren. Sobald die Kinderzimmer jedoch leer stehen, ist vielleicht eine schicke Wohnung in der Stadt attraktiver – so kann die neu gewonnene Freiheit ohne Kinder für mehr Theater- oder Kinobesuche und weitere Angebote der Stadt genutzt werden. Auch wird meistens der Arbeitsweg für die verbleibenden Jahre bis zum Rentenalter deutlich kürzer.

Ein wesentlicher Beweggrund für viele Menschen, mit „50 oder 65+“ noch einmal durchzustarten, ist der soziale Aspekt. Das gilt besonders für Männer oder Frauen, die durch Trennung oder Tod plötzlich alleine im Leben steht. Wer mit Gleichgesinnten, vielleicht auch Gleichaltrigen, zusammenzieht, genießt viele Sozialkontakte. In Senioren-WGs helfen die Bewohner sich gegenseitig, ertragen gemeinsam die Unbill des Alterns, unternehmen etwas und genießen oft noch viel Lebensfreude. Manch einer erlebt vielleicht auch einen „dritten“ Frühling, oder lässt mit Musik aus den 1970er Jahren den Zauber von WG-Partys aus der eigenen Jugend wiederaufleben. Auch die räumlichen Gegebenheiten sind den Herausforderungen des Älterwerdens angepasst – von komplett ebenerdigen Wohnungen über rollstuhlgeeignete Rampen an der Haustür, breite Flure bis zu behindertengerechten Bädern. Das Alter kommt bestimmt – bei einem früher, bei einem später. Wer vorausschauend plant, schaut sich rechtzeitig einige Optionen an. Das können Wohnungen oder WG-Zimmer zum Mieten sein, aber auch Bauherren- und Eigentümergemeinschaften, die sich ihren Traum vom altersgerechten Wohnen in der Gemeinschaft erfüllen.

Wohnen mit mehreren Generationen hält jung

Wer nicht „nur“ unter Menschen ähnlichen Alters leben möchte, für den ist das Mehrgenerationenhaus eine interessante Alternative: Auch hier hat, wie in einer guten WG, jeder seine individuellen Rückzugsmöglichkeiten – gleichzeitig spielt aber auch das Miteinander eine große Rolle. Die Bedürfnisse, die Stärken und Schwächen jeder Generation gehen eine faszinierende Mischung ein. So freuen sich alte Menschen über die Kontakte zu jungen Familien. Berufstätige oder alleinerziehende Eltern genießen es vielleicht, dass in der Nachbarschaft „die neue Oma“ oder Opa auf ihre Kinder aufpasst – insbesondere wenn die eigenen Eltern oder Schwiegereltern weit weg wohnen. Wie in einem Dorf werden gemeinsam Nachbarschaftsfeste gefeiert, bei Reisen nach Wohnung und Post des Nachbarn geschaut, bei Krankheiten nach dem Rechten gesehen und Trost gespendet. Eine große Rolle spielt auch das in unterschiedlicher Häufigkeit, oft spontan organisierte Kochen und/oder Essen, teils auch das gemeinsame Gärtnern.

Wenn sich während des Lebens in Wohnanlagen für mehr Generationen die Wohnbedürfnisse ändern, sind häufig flexible Lösungen möglich: zum Beispiel, wenn ein Bewohner im Alter stark mobilitätseingeschränkt ist oder sich der Pflegebedarf erhöht. Das bunte Leben mit sehr jungen, mittelalten und betagten Mitbewohnern, die alle ihre Geschichte und ihre Eigenheiten haben, erweitert den Horizont und hält jung. Dies hat oft den Vorteil, dass ältere Bewohner möglichst lange in der Gemeinschaft leben können, und nicht in ein Pflege- oder Seniorenheim umziehen zu brauchen.

In fast jeder Stadt und Gemeinde gibt es Mehrgenerationenhäuser

Die Konzepte vom umgebauten, ehemaligen Bauernhof, energieautarke Siedlungen, moderne Mehrfamilienhäuser mit ebenerdigen, rollstuhlgerechten Wohnungen bis zur umgebauten Fabrik mit urbanem Chic. Ein prominenter Vorreiter des Trends ist der frühere Bürgermeister von Bremen, Dr. Henning Scherf mit seiner Frau. Nachdem die Kinder erwachsen waren, entschiedet sich das Ehepaar Scherf bereits mit knapp 50, mit anderen ein Mehrgenerationenhaus zu begründen. Wer sich früh über die Zukunft und neue Lebenspläne Gedanken macht, kann diese mit umso mehr Zeit, Kraft und Elan in die Realität umsetzen. So können sich die modernen älteren Menschen darauf freuen, lange aktiv und gesellig zu bleiben.

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