Mitbewohner gesucht – wie finden Sie den richtigen? - Studenten Umzugshilfe

Mitbewohner gesucht – wie finden Sie den richtigen?

Sind Sie bereits Bewohner in einer Wohngemeinschaft, oder möchten Sie eine gründen? Ziehen Sie vielleicht zum Studieren oder Arbeiten in eine andere Stadt, möchten die Mietkosten auf mehrere Schultern verteilen oder nicht alleine wohnen? Oder haben Sie eine Wohnung, die Sie nur zeitweilig selbst nutzen, weil Sie beruflich oder privat bedingt „pendeln“, und in der Sie gerne einen Mitbewohner hätten?

In jedem Fall ist es eine Herausforderung, den richtigen Mitmieter oder Untermieter zu finden. Hier finden Sie fünf Anregungen, wie Sie jemanden finden, der „passt“:

1. Fremde oder Freunde?

Suchen Ihr bester Freund oder Ihre Freundin auch gerade ein Zimmer oder eine Wohnung? Oder haben Sie vielleicht sogar gemeinsame Pläne für eine WG geschmiedet? Das ist natürlich verlockend, mit jemanden, den man mag und gut kennt, auch zusammen zu wohnen. Aber bitte unterschätzen Sie die Mühen des Alltags nicht. Schon manche engen Freunde, die jeden freien Abend oder viele Urlaube zusammen verbrachten, haben sich im alltäglichen Zusammenleben verkracht oder entfremdet. Es ist eben doch etwas anderes, sich übers Putzen oder Aufräumen zu unterhalten oder eigentlich liebenswerte Marotten 365 Tage im Jahr „ertragen“ zu müssen. Deshalb gilt: Wenn Sie mit einer sehr vertrauten Person zusammenziehen, sollten ähnliche Absprachen getroffen werden wie mit Fremden (siehe unten). Noch anspruchsvoller wird das möglichst harmonische Zusammenleben, wenn Sie oder der Freund/die Freundin bereits in einer Wohnung wohnen, und der oder die andere nachträglich in ein Zimmer einzieht. Dann hat einer schon ältere „Gewohnheitsrechte“, ist vielleicht auch vertraglich der Hauptmieter, hat die Wohnung schon nach seinem Geschmack eingerichtet und geprägt. Gleichzeitig soll sich der neue Mitbewohner wohlfühlen und einbringen können. Hier ist erst recht eine genaue Besprechung der „Rechte und Pflichten“ der neuen und alten Bewohner nötig…

2. Internet oder Empfehlungen effektiv nutzen

Klar, über eine Anzeige in den einschlägigen Webportalen (oder auch über einen klassischen Zettelaushang zum Beispiel an der Uni), erhalten Sie jede Menge „Bewerbungen“, wenn Sie einen Mitbewohner suchen. Damit Sie möglichst viele Bewerber finden, die „passen“ könnten, machen Sie es so wie viele Firmen, die Mitarbeiter suchen: Kommunizieren Sie klar und ehrlich, was Sie bieten, welche Miete und Nebenkosten anfällt, und was Sie vom neuen Mitbewohner erwarten. Bitten Sie auch um möglichst aussagekräftige Informationen, damit Sie bereits anhand der E-Mails und Nachrichten eine Vorauswahl treffen können – selbstverständlich ohne jemanden zu diskriminieren. Die Favoriten sollten Sie dann zu einem persönlichen Gespräch einladen. Hören Sie sich auch im Kollegen-, Kommilitonen- oder Freundeskreis um, wer eventuell jemand kennt, der aktiv sucht. Es kann ja durchaus ein verbindendes Element sein, wenn ein potentieller Mitbewohner aus Ihrer Clique oder einem ähnlichen „Milieu“ wie Sie kommt, in der gleichen Firma wie Sie arbeitet oder lernt, oder dasselbe Fach studiert. Bei sehr viel Nähe beherzigen Sie jedoch bitte auch in diesen Fällen Punkt 1...

3.Der „Rat“ der Mitbewohner

Wenn Sie selbst nicht der Vermieter sind, ist es klar, dass dieser mit einbezogen werden muss. Häufig erwarten Vermieter von Ihnen als Hauptmieter auch, dass Sie Vorschläge für einen neuen Mieter machen. Wenn Sie bereits mit einem oder mehreren Menschen zusammenleben, sollten diese natürlich auch in die Entscheidung mit einbezogen werden, wer zum Beispiel das frei gewordene WG-Zimmer bezieht. Selbst, wenn Sie Hauptmieter oder gar Wohnungseigentümer sind und Ihre Stimme dadurch mehr Gewicht hat: Beziehen Sie Mitbewohner trotzdem mit ein. Führen Sie lockere Kennenlerngespräche des oder der „Neuen“ möglichst gemeinsam mit Ihren Mitbewohnern. Besprechen Sie mit Ihren Mitmietern auch, warum diese für oder „gegen“ den ein oder anderen Interessenten sind. Falls Sie oder Ihre Mitbewohner unsicher sind, ob der künftige Mieter passt, kann auch ein zweiter Gesprächstermin Sinn machen. Oder, ähnlich wie ein Tag „Probearbeiten“ in einer neuen Firma, ein etwas längerer Termin wie ein gemeinsamer Kochabend. Dabei können alle den neuen Bewohner näher kennenlernen, bevor die endgültige Entscheidung fällt. Seien Sie aber immer ehrlich und freundlich zu dem potentiellen neuen Mitbewohner, und vermeiden Sie entwürdigende „Casting“- oder Interview-Situationen. Falls Sie einen Partner haben, der woanders wohnt, beziehen Sie diesen im Hintergrund auch mit ein. Denn wenn Ihr Herzblatt bei Ihnen in der WG zu Besuch ist, soll er oder sie ja auch mit dem neuen Mitbewohner klarkommen.

4. Klare Vereinbarungen treffen, Konflikte früh ansprechen

Wenn Sie sich entschieden haben: Setzen Sie (auch bei engen Freunden!) einen klaren, handelsüblichen Miet- oder Untermietvertrag auf. Falls Sie als Hauptmieter untervermieten dürfen, stimmen Sie selbstverständlich das Untermietverhältnis mit dem Wohnungseigentümer/dem Vermieter ab. Zum Vertrag kommen dann noch feste Absprachen zu leidlichen Alltagstätigkeiten: Dazu gehören zum Beispiel die Reinigung der gemeinsam genutzten Räume, das Trennen und Entsorgen des Mülls, das Besorgen von Küchen- und WC-Papier inklusive einer Haushaltskasse dafür und so weiter. Auch grundsätzliche Dinge, die im Alltag nervig werden können, sollten klar vorab geregelt werden: zum Beispiel Musiklautstärke, Platz im Kühlschrank, die Ordnung in Bad, Flur, Keller und Küche. Und, wie in jeder guten Beziehung, gilt auch in einer funktionierenden WG: Alle Bewohner sollten regelmäßig besprechen, was gut läuft, was man voneinander erwartet und (rechtzeitig!) was unter Umständen verbessert werden könnte – selbstverständlich, ohne persönlich oder polemisch zu werden. Dann steht einer bereichernden WG-Zeit und der ein oder anderen guten WG-Party sicher nichts im Wege!

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