Urlaub beim Umziehen – gibt es Ansprüche? - Studenten Umzugshilfe

Urlaub beim Umziehen – gibt es Ansprüche?

Ein Umzug macht immer viel Arbeit. Da kann jeder Tag Extraurlaub nicht schaden. Aber müssen Arbeitgeber einen Mitarbeiter, der umzieht oder einen Umzug vorbereitet, freistellen – bei voller Bezahlung?

Ganz klar: Nein – kein pauschaler Urlaubsanspruch beim Umziehen

Weder der Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches noch das Bundesurlaubsgesetz sehen das vor. Ein oder zwei extra Urlaubstage können einem Mitarbeiter eventuell zustehen, wenn er für das Ereignis nichts kann – und wenn es keine Möglichkeit gibt, außerhalb der Arbeitszeiten alles zu regeln. Dies kann zum Beispiel bei der Beerdigung von sehr nahen Familienangehörigen zutreffen. Aber ein Umzug ist in der Regel eine freie Entscheidung. Es kann ein Anspruch auf Sonderurlaub entstehen, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter versetzt hat oder den Firmensitz verlagert hat. Aber selbst dann gibt es keine allgemein gültige, gesetzliche Regelung.

Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn Sie bei Ihrem Umzug mindestens einen Extratag haben. Zum Beispiel beim Umzug am Samstag den Freitag oder einen anderen Wochentag vorher. Dann könnten Sie noch etwas einkaufen, was fehlt, oder wichtige Behördengänge erledigen. Hierzu einige Tipps:

  • Arbeits- oder Tarifverträge

    Schauen Sie in Ihren Arbeitsvertrag. Manche Firmen haben darin klare Regelungen: Häufig wird zum Beispiel ein Urlaubstag gewährt, wenn Sie innerhalb Ihrer Stadt, Ihrer Gemeinde oder Ihres Bundeslandes umziehen. Bei Umzügen in andere Orte oder Regionen können sogar zwei Tage drin sein. In manchen Branchen haben Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter sogar für alle Beschäftigten per Tarifvertrag vereinbart, für welche Anlässe es Sonderurlaub gibt. Auch der Umfang ist meist klar geregelt. Wenn die Firma, in der sie arbeiten, Mitglied im Arbeitgeberverband ist und sich an den Tarifvertrag hält, ist die Klärung einfach. Wenn Sie sich nicht sicher sind: Fragen Sie einfach Ihren Betriebs- oder Personalrat, oder Ihre Personalabteilung. Keiner wird Ihnen diese Frage übelnehmen, denn es geht ja nicht um Freizeitspaß, sondern um harte Umzugsarbeit…

  • Guter Wille

    Sicher sind Sie ein guter Mitarbeiter/eine gute Mitarbeiterin. Die viel leistet und nicht jede „Überminute“ aufschreibt… Zudem haben Sie hoffentlich ein konstruktives Verhältnis zu Ihren Vorgesetzten, und einen Kollegenkreis, der Ihre Arbeit macht, wenn Sie nicht da sind? Fragen Sie Ihre Chefin oder Ihren Chef, ob es Kulanzregelungen gibt. Arbeitgeber wissen auch, was es heißt, umzuziehen. Häufig wird informell etwas (bezahlte) Freizeit gewährt. Suchen Sie auf jeden Fall das persönliche Gespräch mit den Personalverantwortlichen. Vielleicht haben Sie auch offiziell oder informell Mehrarbeit geleistet – und dürfen die Überstunden beim Umzug „abbummeln“?

  • Ihr Erholungsurlaub…

    Klar, jeder freut sich, wenn er fünf oder sechs Wochen im Jahr Urlaub genießen kann. Der ist ja auch dringend nötig, um sich zu erholen. Aber Hand aufs Herz: Ein Umzug kommt nicht von heute auf morgen. Deshalb werden Sie wahrscheinlich ein oder zwei Wochen Ihrer Ferien für den Umzug opfern. Manchmal ist es sogar nötig, den ganzen Jahresurlaub zu „opfern“. Insbesondere, wenn in der alten oder neuen Bleibe intensiv renoviert werden muss. Oder wenn Sie Ihr neues Häuschen umbauen möchten, das Bad in Ihrer Wohnung erneuert wird usw. Wenn Sie dann aus Kostengründen oder Spaß an der Freude noch viel selbst machen, wird die Arbeitsbelastung noch intensiver. Wenn Sie mit Kindern, Eltern oder einer riesigen Büchersammlung umziehen, sollte auch mehr Zeit eingeplant werden. Deshalb ist es aus unserer Sicht oft erholsamer, im Jahr des Umzugs vielleicht nur eine oder maximal zwei Wochen „richtigen“ Urlaub zu machen. Dann können Renovierung, Kartons packen, neue Wohnung einrichten und natürlich das Umziehen selbst viel entspannter bewältigt werden. Der Erholungswert ist größer, wenn Sie in den Umzugsurlaubswochen noch einige Tage Reserve oder „Luft“ zum Durchatmen haben – im Vergleich zu einem durchgetakteten, abgehetzten Ablauf. Der zudem noch sofort aus den Fugen gerät, wenn (wie eigentlich bei jedem Umzug) etwas nicht rund läuft.

Wir wünschen gutes Gelingen beim Umziehen – am Feierabend, am Wochenende, im Jahres- oder im Sonderurlaub! Und eine gute Vorausplanung, viel Zeit und Kraft, um Job, Familie, Haushalt auch in den Umzugswochen unter einen Hut zu bringen. So können Sie an die Einweihungsfeier, an den neuen Arbeits- oder Schulweg, oder an den neuen Job relativ „erholt“ herangehen. Und Sie haben noch Zeit und Energie übrig, um Ihre Wohnung einzurichten, in Ruhe auszupacken, Lampen und Regale anzubringen und vieles mehr…

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