Tipps zu Einwohnermeldeämtern - Studenten Umzugshilfe

Tipps zu Einwohnermeldeämtern

100% online – so weit wie in Estland ist der Bürgerservice bei den meisten deutschen Städten und Gemeinden noch nicht. Trotzdem brauchen Sie sich nicht ein oder zwei Tage Urlaub zu nehmen, um sich an Ihrem neuen Wohnort anzumelden…

Die Angaben in diesem Text sind ohne Gewähr. Bitte schauen Sie auf jeden Fall einige Wochen vor Ihrem Umzug auf den Webseiten Ihres neuen Einwohnermeldeamtes nach: Durch zielgenaues Googeln finden Sie schnell die richtigen, offiziellen Webseiten. Hier erfahren Sie den aktuellsten Stand, wann und wo Sie sich anmelden können, und ob das Meldeformular vorab online ausgefüllt/ausgedruckt werden kann. Bei vielen Gemeinden und Städten können Vermieter die obligatorische Einzugsbescheinigung auch online ausstellen (mehr dazu siehe unten).

In Deutschland herrscht Meldepflicht

Sie brauchen sich in der Regel nicht bei Ihrer vorherigen Wohnsitzgemeinde abzumelden, wohl aber bei der neuen anmelden. Grundsätzlich entsteht die Meldepflicht, wenn Sie mehr als sechs Monate in einer Wohnstätte leben (das gilt auch für Monteurzimmer, Hotels oder Boarding Houses, wenn Sie diese für einen längeren Arbeitseinsatz nutzen). Wer ins Alters- oder Pflegeheim zieht, sollte sich in der Regel anmelden, wenn er länger als drei Monate dort ist. Ausgenommen von der Meldepflicht sind Diplomaten und ihre Familien, sowie (bezogen auf ihre dienstliche Unterkunft) in vielen Fällen Bundeswehrsoldaten und Bürger, die einen Freiwilligendienst/ein „Soziales Jahr“ absolvieren.

Seit 2015 ersetzt das BMG, das Bundesmeldegesetz, die Landesgesetze zum An- und Abmelden bei Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro. Dabei müssen Sie Ihre Hauptwohnung, die Sie überwiegend nutzen, angeben. Auch eventuelle Zweitwohnungen, selbst, wenn Sie an einem anderen Ort sind, sind anzugeben. Wohnungen können übrigens auch ein Hausboot oder teils ein Campingwagen/Mobilheim sein, wenn sie kaum bewegt werden!

Das BMG schreibt vor, dass Sie sich innerhalb von zwei Wochen anmelden müssen. Eine Abmeldung bei Ihrer bisherigen Wohnsitzgemeinde ist nicht nötig. Ausnahme: Wenn Sie ins Ausland ziehen und keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben.

Allgemein ist folgendes mitzubringen, wenn Sie als deutscher Staatsbürger in Deutschland umziehen und sich anmelden:

  • Ein gültiger Personalausweis (oder Reisepass oder Passersatzpapier)Dann kann auch gleich die neue Adresse in Ihrem Personalausweis eingetragen werden!
  • Die Einzugsbestätigung Ihres VermietersIm Rahmen der Mitwirkungspflicht ist Ihr Vermieter/der Wohnungsgeber dazu verpflichtet, diese auszustellen: Sie muss nach § 19 BMG folgende Informationen erhalten: Name sowie Anschrift des Wohnungsgebers (falls dieser nicht der Eigentümer ist, ist auch der Eigentümer zu nennen), Ihren Namen (der meldepflichtigen Person), die Wohnungsanschrift und das Datum, wann Sie eingezogen sind.Einige Gemeinden bieten Wohnungsgebern auch an, die Einzugsbestätigung online zu übermitteln. Dann erhält Ihr Vermieter/der Eigentümer einen Code. Den teilt er Ihnen mit, damit Sie ihn bei Ihrer Anmeldung nennen können.
  • Meldeschein: Dieser wird teils online vorab, in der Regel aber vor Ort beim Einwohnermeldeamt ausgefüllt, ausgedruckt und Ihnen dann zu Unterschrift vorgelegt. Ehepartner sollten sich möglichst zusammen anmelden.

Sie erhalten auf Wunsch eine Meldebestätigung.

In der Regel ist persönliches Erscheinen Pflicht. Wenn Sie aus Krankheits- oder anderen Gründen nicht selbst erscheinen können, gibt es in einigen Fällen Vollmachtregelungen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer jeweiligen Gemeinde oder Stadt.

Meist finden Sie im Web heraus, wann es erfahrungsgemäß nicht so voll ist. In vielen Bürgerbüros können Sie Wartenummern ziehen. Manche glänzen gar mit Terminvergabe.

Fristen und Bußgelder

Sie müssen sich spätestens zwei Wochen nach dem Umzug anmelden. Der dritte Absatz des § 54 des Bundesmeldegesetzes sieht empfindliche Bußgelder vor. Ordnungswidrig handelt, wer sich zu spät anmeldet, bewusst falsche oder unvollständige Angaben macht oder andere Pflichten verletzt. Die Bußgelder können bis zu 1.000 Euro betragen – bei einigen Datenschutzvergehen sogar bis zu 50.000 Euro! Meistens müssen Sie aber nichts oder kleine Beträge zahlen, wenn Sie sich nur wenige Tage zu spät melden.

 

Quelle der Fotos ist:

© panthermedia.net / Rawpixel (1) ;

© panthermedia.net / Boris Zerwann (2) ;

© panthermedia.net / kzenon (3)

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben