Umziehen mit dem Aquarium - Studenten Umzugshilfe

Umziehen mit dem Aquarium

Wenn Sie seit Jahrzehnten erfahrener Fan der Aquaristik sind, ist Ihnen und Ihren Fischen sicher schon einmal ein Umzug gelungen. Haben Sie das Aquarium jedoch in der vorherigen Wohnung, aus der Sie jetzt ausziehen, angeschafft? Ist es also das erste Mal, dass die Bewohner des Beckens für längere Zeit ihr Zuhause verlassen müssen? Bisher waren die Fische wahrscheinlich nur während des Reinigens und Wasserwechsels in einem Wasserbehälter untergebracht. Die empfindlichen Tiere und das Aquarium selbst sollten den Umzug heil überstehen. Dann können Sie sich in Ihrem neuen Zuhause bald vom Umzugsstress entspannen – beim Betrachten der „ohne Verluste“ umgezogenen, munteren Mini-Unterwasserwelt! Und natürlich soll auch der Fußboden der alten und neuen Wohnräume nach dem Umzug keine Wasserschäden aufweisen…

Selbstverständlich können hier nur allgemeine Hinweise gegeben werden!

Denn so vielfältig wie die bunten Fischarten und andere Lebewesen in Aquarien, so unterschiedlich sind auch deren Bedürfnisse. Deren Stressresistenz bei Veränderungen und Anforderungen an Licht und Wassertemperatur. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Zoo-Fachhändler, nutzen Sie Fachliteratur und vor allem: Befolgen Sie immer genau die Bedienungsanleitungen von Aquarium, Filter und Pumpe – sowie die Dosierungshinweise der Wasseraufbereitungsmittel und ähnlichem.

1. Standort und Raummaße

Bevor Sie den Umzug selbst vorbereiten: Entscheiden Sie sich für einen passenden Standort in den neuen Wohnräumen. Messen Sie Ihr Aquarium vorher aus. Bitte bedenken Sie dabei auch, wie sich Sonneneinstrahlung und Wärmeentwicklung im Sommer/in der Mittagszeit auswirken können. Zum Beispiel in Dachräumen, in der Nähe von großen Fenstern und so weiter. Wenn Sie mit einem besonders großen Aquarium umziehen, sollten Sie auch die Wege planen: Wie lässt sich das leere Becken durchs Treppenhaus bugsieren? Sind eventuell ein oder zwei Umzugshelfer nötig, die Ihnen beim Tragen helfen?

2. Vorbereitung

Im Fachhandel erhalten Sie Transportbeutel für Fische und Verschlussringe zu einem günstigen Preis. Kaufen Sie lieber einige mehr, falls einer kaputtgehen. Bei großen Fischen oder Tieren mit spitzen Flossen kann es sinnvoll sein, die Beute doppelt zu. Besorgen Sie sich auch Behälter, um den Sand und gegebenenfalls das Aquariumwasser zu transportieren, wenn Sie es nicht erneuern. Diese sollten verschließbar sein, damit Sie beim Umziehen nicht anderes Umzugsgut verunreinigen. Füttern Sie die Fische in den Wochen vor dem Umzug und stärken Sie sie gegebenenfalls mit Vitaminfutter. Ein bis zwei Tage vor dem Umzug erhalten die Wasserbewohner keine Nahrung mehr. Das vermindert die Belastung des Wassers durch Ausscheidungen.

3. Umzug der Fische

Ein Umzug ist immer viel Aufregung – für Sie, Ihre Familie, für die Umzugshelfer und besonders für die Tiere. Deshalb gilt: Um die Stressphasen und die Transportzeit so gering wie möglich zu halten, ziehen die Fische „als letzte aus“ und „als erste ein“. Die Zierfische sollten möglichst behutsam eingefangen werden und werden vorsichtig in die Beutel gesetzt. Erfahrene Aquaristik-Experten empfehlen, Welse separat zu transportieren, weil Sie bei Stress Giftstoffe abgeben. Die können insbesondere Schmerlen schaden. In den Transportbeuteln sollte ausreichend Wasser, aber auch ein hoher Luftanteil sein. Faustregel: circa 1/3 Wasser, 2/3 Luft. Fragen Sie bitte gegebenenfalls Ihren Fachhändler, ob und wie Sie eventuell extra Sauerstoff zusetzen müssen. Sowohl zu wenig als auch zu viel (zum Beispiel bei Überdosierung oder zu hohem Druck) kann umziehende Fische schnell umbringen!

Setzen Sie die Beutel mit den Fischen zusätzlich in eine Wanne. Um Sie beim Transportieren zu schützen und um einen Auslaufschutz zu haben. Fachleute empfehlen, die Fischbehälter/Beutel möglichst so zu transportieren, dass die Fische nicht zu sehr durchgeschüttelt werden. Bei länglichen Behältern wird eine Lagerung senkrecht zur Fahrtrichtung empfohlen. Und natürlich ist es immer gut, auch für das gesamte Umzugsgut, sanft anzufahren, zu bremsen und Kurven nicht allzu zügig zu nehmen. Insbesondere bei längeren Fahrten oder besonders kühler oder heißer Witterung gilt: Transportieren Sie die Fische möglichst im PKW. Achten Sie auf die richtige Temperatur im Wagen. In einem geparkten, nicht klimatisierten Auto kann es schnell zu heiß werden. In einem Umzugstransporter, dessen Laderaum nicht geheizt wird, können tropische Fische im Winter schnell im sich abkühlenden Wasser Schaden nehmen.

4. Umzug des Beckens

Nun können Sie Dekorationsgegenstände wie „Riffe“, „Schiffswracks“ und Schatztruhen entnehmen und trocken verpacken. Wasserpflanzen werden entnommen und in verschließbaren Beuteln verpackt. Insbesondere bei stark rankenden Pflanzen ist es sinnvoll, jede in eine einzelne Tüte zu legen. Dann verhaken sie sich nicht ineinander und können nicht beim späteren „Entknoten“ reißen. Bei Aquariumspflanzen reicht in der Regel wenig Wasser oder etwas Feuchte im Behältnis. Damit können die meisten Pflanzen den Umzug gut überstehen. Der Sand sowie gegebenenfalls das Wasser werden in verschiedene Behälter gefüllt. Bitte berücksichtigen dabei das hohe Gewicht. Verteilen Sie die Last lieber auf mehrere Behälter. Ihr Rücken und Ihre Umzugshelfer werden es Ihnen danken… Hinzu kommt: Kunststoffboxen oder Wannen brechen leicht beim Anheben, wenn Sie bis an den Rand befüllt werden.

Wenn Sie Ihr Aquarium entleert haben, können Sie Pumpe und Filter sorgfältig verpacken. Der Filter wird dabei in der Regel nicht gereinigt und sollte feucht verpackt werden. Dadurch können die Bakterien im neuen Zuhause weiterwirken. Dann reinigen Sie das Becken und schützen es für den Umzug mit mehreren Lagen Luftpolster-Folie. Die Abdeckung sollte fest auf dem Aquarium liegen, damit Sie beim Tragen nicht abfallen kann. Im Zweifel verpacken Sie die Abdeckung extra. Schließen Sie Ihr Aquarium in jedem Fall oben mit Folie ab, damit keine Fremdkörper oder Schmutz hineingelangen. Die könnten später das Wasser verunreinigen und somit Ihren Fischen schaden. Legen Sie auch keine anderen Gegenstände hinein. Im Idealfall wird das Aquarium außen noch mit einem großen Karton geschützt. Stellen Sie während des Umziehens keine Gegenstände auf das Aquarium. Auch keine leichten! Denn das führt oft dazu, dass Umzugshelfer nicht mehr sehen, dass ein Aquarium darunter ist. So wird immer mehr draufgestapelt, bis eine Plexiglaswand bricht…

5. Die ersten Tage in der neuen Umgebung

Prüfen Sie, ob das Aquarium am neuen Standort sicher steht und das Umziehen ohne Risse überstanden hat. Füllen Sie Sand sowie altes oder neues Wasser ein. Installieren Sie Filter, Pumpe und ein eventuelles Aquariumlicht. Prüfen Sie, ob die Pumpe ordnungsgemäß läuft und das Licht funktioniert, nachdem Sie sie angeschlossen haben.

Viele Experten empfehlen eine vorsichtige, schrittweise Zugabe von Wasser. Frischwasser sollte möglichst einen Tag lang „abgestanden“ sein. Prüfen Sie die Temperatur und gegebenenfalls die Wasserqualität. Setzen Sie Aufbereitungsmittel genau nach Anleitung ein.

Und freuen Sie sich, wenn sich alle Fische und Sie im neuen Zuhause bald richtig wohlfühlen!

Hier finden Sie weitere Tipps:

https://www.aquariumforum.de/threads/110579-umziehen-mit-dem-aquariumumzug-des-besatzes-in-ein-neues-becken

https://www.markt.de/ratgeber/aquarien/umzug-mit-einem-aquarium-wie-der-fischtransport-gelingt/

http://www.wiemansmacht.de/tiere-und-haustiere/aquaristik-und-fische/wie-man-mit-einem-aquarium-stressfrei-umzieht-4-dinge-die-man-beachten-sollte/

 

Quelle der Fotos ist:

© panthermedia.net / photosphobos (1) ;

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© panthermedia.net / belchonock (3)

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