Die Hausordnung - was kann geregelt werden und was nicht? - Studenten Umzugshilfe

Die Hausordnung – was kann geregelt werden und was nicht?

Für die einen ist eine Hausordnung ein wichtiges, weil notwendiges Regelwerk, für andere möglicherweise nur eine lästige Formalie des Vermieters.

Grundsätzlich sollte in einer Hausordnung für Mietwohnungen festgehalten werden, wer wann was zu tun oder zu lassen hat. Ziel ist das geordnete Zusammenleben zwischen den Mietern. Und selbstverständlich auch zwischen Mietern und Eigentümern, wenn die zum Beispiel eine Wohnung in ihrem Mehrfamilienhaus selbst nutzen.

Die Hausordnung beinhaltet als Zusammenfassung alle Rechte und Pflichten, die ein Zusammenleben der Mietparteien erleichtern soll. Ein zentrales Gebot, aus dem sich viele einzelne Bestimmungen ableiten, ist das der gegenseitigen Rücksichtnahme. Darüber hinaus versucht der Eigentümer oder Vermieter mit Hilfe der Hausordnung die Immobilie vor Schaden durch unsachgemäßem Umgang zu schützen.

Hin und wieder polarisiert eine Hausordnung aber auch, beziehungsweise die Ausgestaltung oder auch die Auslegung der darin verfassten Paragraphen. Oder sie wird sogar als eine Art „Schikane“ empfunden.

Eigentlich könnte alles so schön einfach sein. Sie fühlen sich in Ihrer Wohnung wohl, kommen auch sehr gut mit Ihren Nachbarn aus und das vielleicht schon seit vielen Jahren. Doch wenn es beispielsweise zu häufigen Mieterwechseln kommt, kann durchaus auch Unruhe oder gar Ärger entstehen. Nämlich dann, wenn sich die neuen Mitbewohner eben nicht an die Regeln im Haus halten oder die Hausordnung anders, vielleicht sogar zum Nachteil ihrer Nachbarn interpretieren.

Einige Beispiele: Durch das Abstellen von Fahrrädern im Treppenhaus statt im Keller werden die Wände verkratzt. Hausmüll wird nicht wie vorgeschrieben getrennt. Mit dem neuen Mieter ziehen auch seine Hunde mit ein. Die vierbeinigen Mitbewohner sind nicht Gehorsamsten – und bellen sehr häufig, vielleicht sogar nachts. Nicht nur für viele besondere Ordnung liebende Schwaben wichtig: Die wöchentlich durchzuführende Kehrwoche wird nicht oder nur unvollständig ausgeführt. Laute Musik stört die Nachtruhe der übrigen Mietparteien – sicher fallen Ihnen weitere Beispiele aus Ihrem persönlichen Wohnumfeld ein. Dabei ist immer auch zu bedenken, dass jeder Mensch unterschiedlich empfindlich ist, oft einen anderen Tages- und Nachtrhythmus oder sogar ganz andere Wertvorstellungen als seine Nachbarn hat.

Zum Schutz und zur Werterhaltung des Eigentums

Überall dort, wo durch unsachgemäßem Umgang Schäden an oder in der Immobilie entstehen, fallen außerplanmäßige Reparaturarbeiten an. Beispielsweise die Kratzer oder Schrammen im Treppenhaus. In einem solchen Fall müssten also gegebenenfalls Maler- oder Tapezierarbeiten durchgeführt werden. Der dadurch entstandene Mehraufwand wird sich in der Folge als Mehrkosten in den Nebenkosten wiederfinden. Ein Umstand, den vermutlich weder Mieter noch Eigentümer freiwillig provozieren möchte. Halten sich also alle Mietparteien an die Hausordnung, haben alle etwas davon. Die Immobilie bleibt deutlich länger in „Schuss“ und verursacht keine vermeidbaren Kosten für ungeplante Instandhaltung- oder Ausbesserungsarbeiten.

Als Mieter haben Sie selbstverständlich auch Rechte

Sie müssen selbstverständlich nicht jede Regelung in einer Hausordnung akzeptieren. So darf der Vermieter beispielsweise nicht festlegen, dass er oder sie Ihre Wohnung jederzeit betreten darf. Ebenfalls unwirksam wäre die Regelung, dass der Aufzug am Abend nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit genutzt werden darf. Das ist insbesondere für Familien mit Kindern interessant: Während der Ruhezeit müssen Kinder eben nicht still sein. In vielen Gerichtsurteilen wurden Klagen „gegen Kinderlärm“ abgewiesen. Grundsätzlich gilt: Durch eine Hausordnung dürfen keine gesetzlichen Rechte in irgendeiner Form eingeschränkt werden.

Selbst formal gibt es Feinheiten, die für beide Seiten, Vermieter und Mieter bei einer Hausordnung zu berücksichtigen sind

In der Praxis findet man die Hausordnung durchaus auch einmal nur als schlichter Aushang, zur Information für alle Parteien, am schwarzen Brett vor. Um jedoch Missverständnissen oder gar Streitigkeiten vorzubeugen, ist es beiden Parteien zu empfehlen, die Hausordnung als gesonderten Anhang, gemeinsam mit dem Mietvertrag auszuhändigen. Sie sollte von beiden Vertragspartnern, Mieter und Vermieter, unterschrieben werden. Durch diese Unterschrift dokumentiert der Mieter dem Vermieter, dass er die Hausordnung gelesen und zur Kenntnis genommen hat. Dann haben Sie schon einmal einen Punkt für die baldige Übergabe „abgehakt“.

Als Mieter sind Sie wiederum gut beraten, Ihnen wichtige Themen noch vor Vertragsunterzeichnung abzuklären

Das gilt beispielsweise für das Thema Haustierhaltung. Hier lässt sich vielleicht im Vorfeld klären, ob es Möglichkeiten für die Unterbringung des Vierbeiners in der Mietwohnung gibt. Eine völlig falsche Herangehensweise wäre es hingegen, den Hinweis auf die Hundehaltung im Gespräch mit dem Vermieter nicht zu erwähnen und Ihren Vierbeiner stillschweigend bei Einzug mit in die Mietwohnung zu bringen.

Ob nun mit Hausordnung oder gar ohne, wenn alle Mieter Rücksicht aufeinander nehmen und sorgfältig mit der Immobilie umgehen, ist das für ein gutes Nachbarschaftsverhältnis schon mehr als die halbe Miete.

 

Quelle der Fotos ist:

© panthermedia.net / .shock (1) ;

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