Herrlich allein oder furchtbar einsam? 5 Gründe fürs alleine Wohnen

In Deutschland sind über 40 % der Haushalte 1-Personen-Haushalte. Darin leben 2019 laut Statista rund 17,5 Millionen Menschen, also fast jeder vierte Deutsche. Die Anzahl der 1-Personen-Haushalte nimmt dramatisch zu, besonders in vielen Großstädten. Viele leben unfreiwillig alleine, weil sie zum Beispiel verwitwet sind.

Der Anteil der über 65-Jährigen an den Alleinlebenden ist laut Statistischem Bundesamt sehr hoch. Aber auch die Altersgruppe 25 bis 35 lebt oft alleine. Menschen zwischen 35 und 45 wiederum leben eher selten alleine – wahrscheinlich, weil sie Familien gründen. Nach dem 45. Lebensjahr steigt der Anteil an den Alleinwohnenden wieder an. Wer unfreiwillig alleine lebt, kann sich sehr einsam fühlen und sogar dauerhaft unglücklich sein. Psychische oder körperliche Erkrankungen können die Folge sein. Aber es gibt auch die andere Seite: Viele junge oder mittelalte Menschen und sicher auch manch Ältere entscheiden sich aus freien Stücken dafür, alleine zu leben.

Das sind nicht nur „frisch getrennte“ Frauen und Männer oder junge Singles, die keine Lust auf eine WG haben, und sich als erste eigene Wohnung lieber erstmal ein eigenes Apartment mieten. Auch junge und junggebliebene Erwachsene, die in einer intakten Beziehung leben, entscheiden sich manchmal dafür, alleine zu wohnen.

Es gibt viele gute Gründe, um glücklich zusammen zu leben – und ebenso viele, um das Leben im 1-Personen-Haushalt zu genießen… hier sind unsere Top 5 fürs alleine Wohnen:

1. Unabhängig und frei leben

Wer alleine lebt, kann sein Privatleben vollkommen selbstbestimmt gestalten. Ob Essenszeiten, Essensauswahl, Fernsehprogramm, Webnutzung, Schlafenszeiten – Alleinlebende machen einfach, was sie wann wollen. Auch wer wann zu Besuch kommt, das bestimmen sie selbst. Kein Mitbewohner meckert, wenn redselige Freunde oder Freundinnen vorbeikommen. Kein Mitbewohner beschwert sich darüber, dass das Sonntagsfrühstück erst mittags stattfindet (und vielleicht nur aus einem Kaffee und einer Zigarette auf dem Balkon besteht…). Auch beim Einziehen und Einrichten der Wohnung machen Alleinlebende was sie wollen: keine langen Diskussionen über die richtige Wandfarbe oder die passende Couch. Die Freiheit geht auch bei der alltäglichen Haushaltsführung weiter. Alleine wohnen heißt zwar meist auch, alleine aufzuräumen und zu putzen. Aber wann, wie oft und vor allem wie gründlich, das bestimmt der Bewohner selbst…

2. Ruhe und Zeit für sich genießen

Manche Menschen verlieren sich in Beziehungen oder fühlen sich in Familien ständig von Kindern und Partner gefordert. Für sie kann das Leben allein, zumindest für einige Zeit, eine regelrechte Erholung bedeuten. Alleinlebende Väter oder Mütter zum Beispiel, deren Kinder erwachsen werden und ausziehen, werden ihren Nachwuchs sicher vermissen. Aber sie werden auch die neue Situation genießen. Endlich können Sie einmal ganz für sich sein, das tun, was ihnen guttut und sich den eigenen Lebensrhythmus gestalten (siehe auch 1.)

3. Beruflich und örtlich flexibel bleiben

Häufig bieten sich neue berufliche Chancen in einer anderen Stadt. Aber gleichzeitig hat man oder „frau“ schon eine schöne Eigentums- oder Mietwohnung oder ein Häuschen mit Familie am alten Wohnort. Da wäre es stressig und kostspielig, das alles aufzugeben und gleich an den neuen Arbeitsort umzuziehen. Außerdem ist das riskant – vielleicht ist der neue Job ja gar nicht so toll, oder die Probezeit wird nicht überstanden. Deshalb macht es Sinn, bei weiter entfernten „Traumjobs“ erstmal in einer Wohnung „auf Zeit“ alleine zu leben. Wenn sich die neue Aufgabe dann wirklich als Traumjob entpuppt, kann immer noch mit Kind und Kegel umgezogen werden…

4. Geld sparen

Natürlich – wer in eine Wohngemeinschaft zieht, bezahlt meistens weniger, als wenn sie/er alleine die Wohnungsmiete tragen muss. Auch Menschen, die mit dem Partner zusammenziehen, sparen meist Geld. Denn die Kosten für die neue Bleibe sind oft, auch wenn diese größer ist, niedriger als die Kosten für das vorherige Leben in zwei Wohnungen. Aber auch das alleine Wohnen kann, je nach Lebenssituation, eine echte Sparidee sein. Wer beispielsweise das sehr weite, tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz durch eine einfache Ein-Zimmer-Zweitwohnung ersetzt, kann Geld sparen – und Zeit und Nerven. So wird dann zum Beispiel Montag bis Donnerstag lange gearbeitet. Die Zweitwohnung dient dann nur zum abendlichen Essen und Erholen. Am Freitagmittag fährt der oder die temporär Alleinlebende dann zu Partner oder Familie zum Erstwohnsitz.

5. Streit mit dem Partner um Alltagsdinge vermeiden

Sogar viele Menschen, die in einer Partnerschaft leben, ziehen es vor, den Alltag alleine zu bestreiten. Sie treffen sich, wann und wie oft sie wollen – in der eigenen Wohnung oder in der Wohnung des Partners. Die üblichen Auseinandersetzungen des alltäglichen Zusammenlebens werden vermieden. Zum Beispiel, wenn sie und er unterschiedliche Auffassungen darüber haben, wie die Zahnpastatube zusammengedrückt wird... Manche behaupten, durch getrenntes Wohnen bliebe die Liebe länger frisch. Wenn ein Paar zu Eltern wird oder die Sehnsucht nacheinander zu groß wird, kann ja immer noch zusammengezogen werden….

Fazit: Viele Menschen möchten mit jemandem zusammenleben. Der Mensch ist ein Familienwesen und Herdentier. Aber auch das Leben allein kann glücklich machen – je nach Lebenssituation, persönlichen Bedürfnissen und oft für eine (Übergangs-)Zeit.

 

Bildquelle: pixabay/schluesseldienst

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