In der neuen Wohnung gemütlich am Kamin kuscheln? Was ist zu beachten?

Möchten Sie vor einem warm lodernden Feuer in Ihrem neuen Zuhause sitzen? Sich am Ofen oder Kaminfeuer wärmen, bei einer dampfenden Tasse Tee oder einem Glas Wein? Viele Nutzer möchten auch Öl oder Gas sparen, um mit Holz oder Holzpellets zu heizen. Das gelingt besonders in der Übergangszeit, im Frühjahr und Herbst, oft sehr gut.

Bevor Sie sich für Ihr Haus oder Ihre  Eigentumswohnung einen Kamin, Gusseisen- oder Kachelofen anschaffen, bedenken Sie bitte:

1. Kontaktieren Sie den für Ihren Bezirk zuständigen Schornsteinfeger – vor UND nach dem Einbau

Das soll nicht nur Glück bringen, sondern ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Der Schornsteinfeger muss bei Ihnen vor Ort die Möglichkeiten überprüfen, ob und wie ein sicherer Betrieb nötig ist. Ein geprüfter Schornsteinfeger wird Ihnen auch die Vorschriften erläutern. Zum Beispiel kann es sein, dass der Schornstein in Ihrem Haus nur einzügig ist. Durch diese Öffnung gelangen die Abgase von der Gas-, Öl- oder Holzpelletheizung im Keller nach draußen. Dieser Schornstein darf in der Regel nicht dafür genutzt werden, das Abluftrohr eines zusätzlichen Ofens oder Kamins anzuschließen. Meist wird der Schornsteinfeger dann vorgeben, dass für die neue Feuerstätte ein extra Rohr durch die Wand nach draußen geführt werden muss. Häufig sind diese Extra-Schornsteine aus Edelstahl und verschönern die Ansicht des Hauses von außen nicht unbedingt. Was auch vorgegeben wird: Der Verlauf und die Höhe dieses extra einzubauenden Schornsteins.

Der Schornsteinfeger muss die Feuerstätte zudem abnehmen, nachdem Sie eingebaut wurde!

2. Lassen Sie den Ofen oder Kamin von einem Fachmann/einer Fachfrau aufstellen

Ausgebildete Ofenbauer können Sie bei der Auswahl des passenden Ofens oder Kamins beraten. Denn Standort, Modell und zusätzliche Einbauten (zum Beispiel die schön warme Kachelbank rund um den Ofen) bestimmen die Heizwirkung und den Wohnkomfort. Profis können auch den sachkundigen Einbau übernehmen.

3. Sparen Sie nicht an Qualität und Sicherheit

Wer ein besonders billiges Modell „mal eben“ selbst aufstellt und die Ablufteinrichtung baut, gefährdet nicht nur sich und seine Mitbewohner. Extrem günstige Öfen machen auch bei sachgemäßem Gebrauch oft nicht lange Freude. Zum Beispiel können Gusseisenteile reißen, Abgase austreten. Oder Schamottsteine beziehungsweise Kacheln brechen unter der häufigen Hitzeeinwirkung.

4. Beachten Sie IMMER die Sicherheitshinweise des Herstellers und der Fachleute

Lebenswichtig sind natürlich die Abluft und Zuluft: Denn jede Flamme entzieht dem Innenraum Sauerstoff. Ausreichende Belüftung ist zwingend nötig. Auch die Abluftrohre beziehungsweise der Schornstein dürfen niemals verengt oder gar verschlossen werden. Es droht Ersticken oder Verpuffung!

Ebenfalls sicherheitsrelevant: Brennstoffe, Glut oder Asche dürfen nicht aus dem Kamin fallen. Ofentüren müssen nach dem Einlegen der Stoffe oder im Betrieb ordnungsgemäß verschlossen werden. Rund um den Ofen oder Kamin dürfen sich keine brennbaren Gegenstände befinden. Asche muss ordnungsgemäß entsorgt werden (Vorsicht Restglut!).

Zu wichtigen Sicherheitsregeln zählt zum Beispiel auch, dass das Brennholz gut abgetrocknet sein sollte. Viele Holzarten brauchen mehrere Jahre Trocknungszeit! Das ist besonders zu beachten, wenn Sie selbst Holz schlagen oder spalten. Oder wenn Sie das Brennholz von einer Quelle beziehen, bei der sie nicht wissen, wie lange es bereits zum Trocknen gelagert wurde. Achten Sie auch auf die empfohlenen Holzarten: Nadelholz zum Beispiel kann, übermäßig genutzt, den Innenwänden des Schornsteins schaden, zu Verharzungen oder anderem führen. Im Extremfall drohen verringerte Lüftungsfunktionen oder ein gefährlicher Schornsteinbrand. Verbrennen Sie niemals Zeitungen, Abfall oder anderes, was nicht hineingehört, im Ofen oder Kamin.

Achtung: Auch die Flammen „sauberer“ Ethanol-Kamine benötigen Sauerstoff, die sie der Luft im Wohnraum entziehen.

Wenn Sie Bewohner einer Mietwohnung sind, müssen Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis bitten

Denn der Einbau einer Feuerstätte ist eine große bauliche Veränderung. Für die gilt in der Regel, dass der Vermieter vorab um Zustimmung gebeten werden muss. Bitte bedenken Sie auch: Der Vermieter kann bei Ihrem Auszug verlangen, dass Sie die Wohnräume wieder in den Ausgangszustand versetzen lassen. Der Rückbau eines Kamins oder auch eines extra Schornsteins (inklusive Loch in der Wand) kann sehr teuer werden.

Auch wenn Sie nicht ganz so viel Gemütlichkeit ausstrahlen – wie wäre es mit einem künstlichen Kamin?

Moderne elektrische Kaminfeuer simulieren Flamme und oft sogar das Knistern brennenden Holzes nur im Wohnraum – ganz emissionsfrei. Sie sind deutlich weniger „kitschig“ als ein Feuerchen, dass nur digital auf dem Bildschirm lodert… Aber das echte Kamingefühl ersetzen sie natürlich nicht. Dafür sind sie im Betrieb gemäß Gebrauchsanweisung deutlich sicherer, entziehen dem Innenraum kein Sauerstoff und bedürfen keiner Genehmigung durch Vermieter. Und die Überprüfung durch den Schornsteinfeger entfällt bei diesen elektrisch oder elektronisch simulierten, „unechten Kaminen“ natürlich auch.

 

Fotoquelle: Pixabay

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