Ratgeber: Für wen lohnt sich die Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung ist eine wichtige Police zum Schutz der Einrichtung. Kommt es beispielsweise durch Leitungswasser oder einen Brand zum Totalverlust der Möbel, ersetzt der Versicherer den finanziellen Schaden. Ob sich der Abschluss lohnt, hängt maßgeblich vom Wert des Hausrats ab. Die hier arrangierten Informationen sollen die Entscheidung erleichtern.

Versicherte Schäden und Sachen

Wie der Name bereits verdeutlicht, dient die Hausratversicherung zum Schutz des Hausrats. Mit Letzterem sind alle beweglichen Gegenstände eines Haushalts gemeint. Kleine Merkhilfen: Würde man eine Wohnung auf den Kopf stellen, wäre alles versichert, was herunterfallen würde. Oder noch simpler: Alles, was sich beim Umziehen mitnehmen lässt, ist Hausrat. Typische Beispiele:

  • Möbel
  • Elektrogeräte (z. B. Computer, Waschmaschine, Spielekonsole)
  • Bilder
  • Bücher
  • Teppiche
  • Kleider
  • Schmuck
  • Bargeld

Entstehen Schäden an diesen Dingen durch Sturm, Hagel, Brand, Explosion, Implosion, Blitz, Raub, Vandalismus, Einbruchdiebstahl oder Leitungswasser, sind sie über die Hausratversicherung abgedeckt. Hausratversicherung ersetzen das zerstörte oder beschädigte Hab und Gut zum jeweiligen Neuwert (max. bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme). Das heißt, dass Versicherten die Summen bereitgestellt werden, die sie benötigen, um die Sachen zum aktuellen Marktpreis neu zu beschaffen. Das gilt auch dann, wenn es den betreffenden Hausrat nur noch in einer moderneren Ausführung zu kaufen gibt.

 

Sogar Einbauküchen sind in vielen Fällen vom Versicherungsschutz umfasst. Ausgenommen sind jedoch Küchen, die individuell angepasst und nicht serienmäßig produziert werden.

 

Wann sich die Absicherung von Hausrat lohnt

Um zu klären, ob eine Hausratversicherung für den persönlichen Bedarf Sinn macht, ist ein kritischer Blick auf den Wert des Hausrats erforderlich. Allgemein gilt: Übersteigen die potenziellen Wiederherstellungskosten bei einem Verlust der Einrichtung die finanziellen Möglichkeiten des Haushalts, ist eine Hausratversicherung empfehlenswert. Jeder, der durch den Neukauf des Interieurs in finanzielle Bedrängnis geraten würde, ist mit dieser Police gut beraten. Bei einem eher spärlich eingerichteten Studentenzimmer, dessen Hausrat mit wenigen hundert Euro problemlos aus eigener Tasche ersetzt werden könnte, lässt sich auf die Sachversicherung verzichten.

Eines sollte aber immer bedacht werden: Hausratversicherungen sind im Vergleich zu vielen anderen Policen günstig zu haben, häufig beträgt die Prämie weniger als 30 Euro im Jahr. Deshalb lohnt sich der Vertragsabschluss für einen Basisschutz auch für den Großteil Studenten, insbesondere aufgrund der teilweise wertvollen Elektrogeräte. Schließlich summieren sich die Anschaffungskosten bei Smartphone, Laptop, TV und Co. und ergeben schnell Beträge im vierstelligen Bereich.

 

Wichtige Tipps zum Vertragsabschluss:

 
Wohngemeinschaften

Da sich in Wohngemeinschaften mehrere Personen eine Wohnung teilen und der Hausrat somit nicht im Besitz einer einzigen Person ist, stellt sich die Frage, wie die Absicherung vertraglich gestaltet werden muss. Laut einem umfassenden Ratgeber sollte in einer WG der Hauptmieter die Hausratversicherung unterzeichnen. Handelt es sich um eine Versicherung mit WG-Vereinbarung, sind alle Untermieter eingeschlossen. So bleibt der Versicherungsvertrag auch dann unberührt, wenn Untermieter aus dem Mietverhältnis ausscheiden beziehungsweise wechseln. Zudem entfallen ständige Vertragsänderungen. Alternativ zur Gestaltung des Mietvertrags mit Haupt- und Untermieter wird im Ratgeber die Möglichkeit eigenständiger Verträge für jedes WG-Mitglied thematisiert. Hierbei schließt jeder Bewohner einen separaten Vertrag mit dem Versicherer für das jeweilige Zimmer. Allerdings muss dann darauf geachtet werden, dass Gemeinschaftsräume wie Bad und Küche in einer der Policen abgesichert sind.

 

Welche Arten von WG-Mietverträgen es gibt und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, erläutert die Redaktion des Immobilienportals Immowelt in einem Beitrag der Kategorie Mietrecht.

 

 

Womöglich besteht Versicherungsschutz bei den Eltern

Bevor Studenten eine Hausratversicherung abschließen, sollten sie bei ihren Eltern nachfragen, ob sie womöglich über ihre Hausratversicherung mitversichert sind. Das ist bei vielen Verträgen der Fall, solange die Absicht besteht, dass sie das Elternhaus nur vorübergehend verlassen, um ihrem Studium nachzugehen. Der Versicherungsschutz kann an eine bestimmte Art von Räumlichkeit gebunden sein. Manche Versicherungsgesellschaften versichern den Nachwuchs ihrer Versicherten nur mit, wenn zum Beispiel ein WG-Zimmer in Form der Untermiete gemietet wird. Der Hausrat der Kinder fällt dann unter die sogenannte Außenversicherung der elterlichen Police.

 

Achtung Elementarschäden!

In Regionen, die häufig von Unwettern heimgesucht werden, ist ein Zusatzschutz für Elementarschäden ratsam. Beispiel: Wird der Keller durch Hochwasser überflutet und der darin aufbewahrte Hausrat zerstört, ist die allgemeine Hausratversicherung nicht zur Zahlung verpflichtet. Sie haftet nur bei Leitungswasserschäden. Um Hochwasserschäden und Ähnliches abzusichern, ist ein Zusatz für Elementarschäden ein Muss.

 

Laut Naturgefahrenreport 2019 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kam es durch Naturgewalten allein im Jahr 2018 zu Versicherungsschäden in Höhe von 3,1 Milliarden Euro. Etwa zehn Millionen Gebäude sind nicht ausreichend versichert. Auch der GDV empfiehlt aufgrund der zunehmenden Wetterextreme eine Ergänzung durch erweiterte Naturgefahrenversicherungen.

 

Fahrräder als Deckungserweiterung

 

 

Viele Studenten sind täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Das Risiko für Schäden, Diebstahl und Vandalismus ist je nach Wohnort groß. Viele entscheiden sich dann für eine separate Fahrradversicherung. Die ist jedoch teuer. Sparpotenzial ergibt sich mit einem zusätzlichen Fahrradschutz bei der Hausratpolice. Die Aufnahme des Fahrrads in den Versicherungsschutz zieht zwar einen Beitragszuschlag nach sich, der ist aber in der Regel trotzdem preiswerter als die spezielle Fahrradpolice. Wesentlich ist, dass der Versicherungsschutz nicht auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt wird. Einige Versicherer zahlen zum Beispiel nur, wenn ein Schaden nicht zwischen 22 und 6 Uhr zustande kommt.

 

Stehen Fahrräder lediglich ungenutzt in einem geschlossenen Raum, der zum Versicherungsort gehört, genügt die reine Hausratversicherung. Erst, wenn der Drahtesel außerhalb zum Einsatz kommt, betrachtet ihn die Versicherungsgesellschaft nicht mehr als Hausrat.

 

 

 

Quelle Fotografien pixabay /danielam, podlesakpetr, RyanMcGuire

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