Studentische Nebenjobs in kleinen Hochschulstädten

Studentische Nebenjobs in kleinen Hochschulstädten– Geld verdienen trotz geringem Angebot

 

Es gibt in Deutschland aktuell 424 Hochschulen aller Art. Längst nicht jede davon liegt in einer Großstadt, wo es Nebenjobs in Hülle und Fülle gibt. Im Gegenteil, speziell in kleinen Hochschulstädten sind die Möglichkeiten oftmals enorm begrenzt und die Nachfrage weitaus größer als das Jobangebot. Natürlich, die allererste Anlaufstelle sollte immer unsere Städteliste für studentische Umzugshelfer sein. Doch was, wenn das allein nicht ausreicht? Dann ist Kreativität vonnöten.

1. Andere Umzugsanbieter

Wer Umzüge mag bzw. gerne diese anstrengende, aber lohnenswerte Aufgabe absolviert, sollte überlegen, ob er nicht dabeibleiben möchte. In vielen kleinen Städten gibt es weitere Dienstleister, das gilt auch für einen Umzug in die Studentenstadt Siegen sowie sämtliche kleineren Städte der Republik. Der Vorteil: Die Erfahrungen, die man als Umzugshelfer gesammelt hat, fungieren als Türöffner; zumal einige Anbieter auch artverwandte Dienstleistungen anbieten, etwa Entrümpelungen, Haushaltsauflösungen oder auch Einlagerungen.

2. Fachverwandte Freelancer-Tätigkeiten

Die meisten Studienfächer bereiten aufs Berufsleben vor. Auch währenddessen, besonders in höheren Semestern, wird es natürlich schon viel Spezialwissen geben. Das bringt uns zu einer Möglichkeit des studentischen Geldverdienens, die bei vielen, wenngleich nicht allen Studienfächern möglich ist: Freischaffendes Arbeiten.

Theoretisch ist das kein Problem. Maximal 20 Wochenstunden, maximal 450 Euro monatlich – ansonsten gibt es nur wenige Rahmenbedingungen. Dafür aber einen mächtigen Vorteil: So anstrengend der Spagat zwischen Studium und Selbstständigkeit auch sein kann, dafür gibt es wertvolle Berufserfahrung, die sich kaum anderweitig erlangen lässt – und falls die Tätigkeit gut läuft, fallen sämtliche Sorgen weg, nach dem Studium eine Stelle zu finden.

Übrigens gilt hier in besonderem Maße, dass Kreativität zum Ziel führt – IT-Experten können nicht nur programmieren, sondern auch beispielsweise beraten. Germanisten nicht nur redigieren, sondern auch selbst schreiben und vielleicht in der Erwachsenenbildung tätig sein.

3. Stadtführer

Kleine Städte müssen nicht zwangsläufig touristisch unattraktiv sein. Im Gegenteil, in jüngster Zeit fokussieren sich viele Städtereisende auf solche Kommunen, weil zwischen Hamburg und München die großen Städte hinlänglich bekannt sind.

Allerdings haben die kleinen Orte ein Problem: Hier gibt es schlicht oftmals nicht die Budgets, als das sich offiziell bestellte oder hauptberuflich selbstständige Stadtführer rentieren würden. An diesem Punkt sind Studenten klar im Vorteil. Erstens deshalb, weil solche Jobs generell mit viel zeitlicher Flexibilität punkten können und außerdem, weil sich das nötige Grundwissen, das Touristen haben wollen, relativ leicht erlernen lässt – es geht ja nur darum, einen grundlegenden Überblick zu geben, nicht die Stadtgeschichte so tief zu kennen, dass es für eine Master-Thesis genügt.

Übrigens: Hier sollten angehende Stadtführer sich unbedingt zunächst an die eigene Hochschule wenden. Das Beispiel Bremen, wo die Freizeitwissenschaftler das in Eigenregie machen, ist nicht das einzige in Deutschland.

4. Studentische Kursleiter

Eine Stadt, die eine Hochschule vorzuweisen hat, gilt in aller Regel in raumplanerischen Begriffen zumindest als Mittelzentrum. Das bedeutet: Es wird hier mit höchster Wahrscheinlichkeit im näheren Umkreis auch nachgeordnete Schulen geben.

Das bringt uns zu Gesamtschulen. Seitdem diese eingeführt und zuletzt so verstärkten Zulauf gefunden haben, gibt es hohen Bedarf an Leitern für Kurse neben den eigentlichen Schulfächern – in aller Regel werden dafür Studenten herangezogen, keine hauptberuflichen Kräfte oder gar (verbeamtete) Lehrer.

Das ist übrigens kein Job, der nur Lehramtsstudenten offen stünde. Gerade für AGs, Kurse und dergleichen brauchen viele Schulen junge Menschen, die sich in diesen speziellen Themengebieten auskennen, in denen typische Lehramtsstudenten weniger Expertise aufweisen, weil sie sich im Studium natürlich auf die klassischen Fächer fokussieren.

5. Seitentester

Wenn Webseiten erstellt werden, ist nicht automatisch gegeben, dass diese auf jedem möglichen Endgerät gut aussehen – und ferner besteht trotz sorgfältiger Überprüfung immer eine Chance, dass die Entwickler nach Monaten voll harter Arbeit den „Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen“, also Fehler nicht mehr als solche wahrnehmen.

Aus diesem Grund gibt es in Deutschland gleich mehrere Agenturen, die Webseitentester an Entwickler vermitteln. Der große Vorteil dieses Jobs ist, dass er vollkommen unabhängig von der Arbeitsmarktsituation in der kleinen Stadt rings um die Hochschule ist – denn die Kunden kommen aus ganz Deutschland, teilweise der ganzen Welt (wenn es um deutschsprachige Webseitenversionen geht). Zudem erfolgt auch die Arbeit komplett von zuhause aus und ist zeitlich im höchsten Maß flexibel.

In aller Regel wird nicht mehr als das sowieso vorhandene Handwerkszeug der meisten Studenten benötigt: Ein Computer (egal ob ortsfest oder als Notebook) und ein Smartphone.

6. Trennungsagent

Als Matthias Schweighöfer anno 2013 einen Film herausbrachte, in dem er selbst als Hauptdarsteller professionell für andere Leute Beziehungen beendete, schüttelten viele Kinogänger noch lachend den Kopf – über ein halbes Jahrzehnt später hat sich das Prinzip dagegen längst etabliert.

Menschen, die nach einer Buchung stellvertretend die Beziehung zu einem Partner beenden. Das mag merkwürdig klingen, ist aber ein ziemlich lukratives Geschäft – denn, so verrät es ein solcher Experte aus Österreich, die Menschen hätten verlernt, miteinander zu reden. Oftmals ist der „Schlussmacher“ deshalb nicht nur ein „Stuntdouble“ für diese unangenehme Aufgabe, sondern als einziger in der Lage, das auszusprechen, was sein Auftraggeber nicht kann.

Natürlich benötigt es für diesen Job eine gewisse Kaltblütigkeit und die Fähigkeit, gleichzeitig empathisch wie distanziert zu sein – denn immerhin reagieren Menschen vollkommen unterschiedlich und werden teils auf den Überbringer der Nachricht wütend, statt den Auftraggeber.

7. Zeitungs-/Prospektausträger

Es mag nicht gerade nach einem Studentenjob klingen, sondern eher einem, der auf die Generation U18 zugeschnitten ist. Tatsächlich sollten Studenten jedoch nicht missachten, dass Kleinstädte in dieser Hinsicht oft ein großes Problem haben: Die Klientel derjenigen Schüler, die klassisch als Zeitungsausträger infrage käme, lebt oftmals verstreut in den Kommunen rings um die Kleinstadt. Zudem will die klassische Tageszeitung, so sehr sie seit Jahren auch gegenüber dem Netz an Boden verliert, frühmorgens ausgeliefert werden. Teils haben Zeitungen und Co. deshalb gerade in solchen Städten enorme Not, Personal zu finden.

Allerdings sollte die Suche hier nicht nur die Redaktionen von Lokalzeitungen umfassen – teils geben auch Gemeinden und Landkreise Blätter heraus, vielleicht gibt es auch kirchliche Prospekte, die ausgetragen werden wollen.

8. Dogsitter

Kleinstädte bedeuten oftmals, dass sie nicht genügend Arbeitsplätze für alle Einwohner bieten – nicht nur die Studenten, wohlgemerkt. Viele Menschen müssen deshalb ins Umland pendeln. Dennoch wollen nur die wenigsten davon auf tierische Mitbewohner verzichten.

Das bringt uns zum finalen Job dieser Liste, der auch in kleinen Hochschulstädten hervorragend funktioniert: Dogsitter. Meist kann es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handeln, seltener gibt es (studentische) Agenturen, die vermitteln. Letztendlich geht es hauptsächlich darum, Hunde während der Abwesenheit ihrer eigentlichen Besitzer zu versorgen – und zwar vollumfänglich.

Spazierengehen ist deshalb nur ein Teilaspekt. Dazu gehören auch Arztgänge, Spielen, Pflege. Von großem Vorteil ist es natürlich deshalb, wenn es in der Studentenwohnung keine Probleme mit Hunden gibt. Dann aber winkt ein Job, der zwischendurch viele Freiheiten lässt, etwas fürs Studium zu tun.

 

Fotoquelle: Unsplash.com © Louis Hansel @shotsoflouis

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