Umzug und Rückzug in den eigenen vier Wänden

„Papa, Mama, mir ist langweilig.“ Das kennen fast alle Eltern von mittelgroßen Kids. Insbesondere in Zeiten wie während der Corona-Krise, wenn die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt sind. Oder bei dauerhaft schlechtem Wetter oder langen Ferien. Irgendwann ist genug an Smartphone oder Tablet gechattet und gesurft. Das lange Starren auf den Bildschirm oder endloses „Daddeln“ an X-Box und so weiter ist auf Dauer auch nicht gesund. Auf klassischen TV-Sender oder per Streaming wurden ebenfalls genügend Filme und Serienstaffeln geschaut. Alle E-Books oder Bücher sind gelesen. Wenn jedes Familienmitglied alleine vor dem Bildschirm hängt, kann das auch ein Rückzug sein. Das ist mal ok. Auf Dauer ist es aber weder gesund noch gut für die Familienkommunikation. Nun hat die Familie sogar pädagogisch wertvolle Gesellschaftsspiele vielfach miteinander gespielt. Playmobil, Lego, Schleich-Tiere oder die gute alte Puppenstube sind von den Kindern ebenfalls ausreichend bespielt worden. Was kommt jetzt? Irgendwann gehen sich Groß und Klein vielleicht einfach auf die Nerven. Dann kann es nicht schaden, sich mal zurückzuziehen – ohne Computer oder Handy. Und ohne Mitbewohner. Umso besser kann man sich, entspannt und erholt, danach wieder miteinander beschäftigen.

Was tun? Abtauchen in eine andere Welt!

Kleinere Kinder beherrschen das meistens hervorragend. Sie haben vielfach noch eine unverstellte Fantasie – und erschaffen sich spielend leicht eigene, kleine Welten. Da entsteht aus zwei Stühlen und einer Wolldecke ein Indoor-Indianertipi. Oder der große Amazon- oder Umzugskarton wird zu einem Spielhaus. In das schneiden die Eltern Fenster und eine klappbare Tür. Der Nachwuchs bemalt das „eigene Haus“ mit dicken Filzstiften. Ein nach oben offener Karton wird auch gerne mal zum Omnibus oder Fährschiff. In dem finden kleine Spielkameraden zu zweit oder zu dritt Platz.

Das alles ist für Ältere natürlich nicht allzu spannend

Aber auch größere Kinder, Teenager oder sogar Erwachsene können sich in der eigenen Wohnung kleine Welten schaffen. Die sorgen für Abwechslung und bieten einen Rückzugsort. Dazu benötigen Sie nicht unbedingt exklusive Möbel wie den „Living Tower“. Die legendäre Wohn- und Sitzwand des dänischen Designers Verner Panton ist wie eine organische Wabe geformt. In ihren Ausbuchtungen bietet sie verschiedene Lieblingsplätze, um es sich gemütlich zu machen. Ein kleiner, kuscheliger Ruheplatz für Normalverdiener entsteht auch schon, wenn Sie einfach mal die Sessel umstellen. Oder einen Sitzsack. Der gruppiert sich von nun an nicht mehr um den Couchtisch oder die TV-Bank. Ihr Sitzplatz zum Relaxen bekommt einen Platz etwas abseits. Vielleicht haben Sie ein großes Wohnzimmer und können ihn sogar mit einem Regal als Raumteiler vom üblichen Geschehen trennen. Daneben stellen Sie einen Beistelltisch. Auf den kommt eine Lampe und eine dampfende Tasse Tee oder Kaffee. Jetzt ein gutes Buch oder ihre Lieblingsmusik auf Bluetooth-Kopfhörer – fertig ist die Miniwelt innerhalb der eigenen vier Wände.

Andere wiederum brauchen ab und zu mal eine echte räumliche Trennung…

… um sich eine kleine Auszeit vom Familienalltag zu gönnen. Wie wäre es, wenn Sie sich mit Radio oder Lieblingszeitschrift in die Küche zurückziehen, während die Mitbewohner im Wohnzimmer Fernsehen schauen? Damit der Alltag Sie nicht gedanklich einholt, sollte der Blick dabei nicht auf schmutziges Geschirr fallen. Und statt gedankenverloren eine aufgerissene Tüte Chips aufzuessen, können Sie sich noch eine gesunde Leckerei gönnen. Zum Beispiel eine kleine Käseplatte, die in drei Minuten zusammengestellt ist. Aber nicht profan aus der Plastikverpackung, sondern hübsch dekoriert auf einem kleinen Holzbrett. Holen Sie sich einen italienischen oder französischen Käseklassiker aus dem Supermarkt, dazu ein Gläschen Rotwein oder ein paar Gurken- und Karottensticks mit Knoblauchdip – fertig ist die kulinarische Miniflucht mit Genuss.

Wer in der „eigenen Welt“ am liebsten rein gar nichts tut, ist mit einer Hängematte gut beraten

Falls Ihre Wände keine ultrastarken Ringschrauben zum Befestigen halten: Viele Hängematten sind mit einem freistehenden Gestell lieferbar. Die können nicht nur im Sommer im Garten, sondern auch in einem ausreichend großen Zimmer aufgestellt werden. Am besten auf Teppich oder besonders kratzfestem Parkett. Nur eines ist Tabu, nicht nur aus Sicherheitsgründen: In der Hängematte dürfen die Kids nicht herumschaukeln oder toben. Die Matte ist ihr Ort, um zu chillen und sich in andere Welten zu träumen. Wer sich vorstellt, zwischen zwei Palmen am Südseestrand hin- und herzuwiegen, kann das noch unterstützen: mit einer schön kitschigen Retro-Fototapete mit Strandmotiv…  und mit Hawaii-Hemd und Bermuda-Shorts statt Jogginghose. Gute Erholung in den eigenen vier Wänden!

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: Pixabay

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 3 und 1?